Harald Sturm, Geschäftsführer von NGM NextGenerationMedia.eu und Gründungsmitglied des Bundesverband für Medien und Marketing sprach mit Weblogmarketing.de über Medien, Neuromarketing und Storytelling. Wir präsentieren das Interview in 3 Teilen.

Los geht es mit Teil 1/3, Frage 1-4:

Herr Sturm, Sie sind seit Ihrer Kindheit von Medien, Werbung und Kommunikation begeistert. Was war der Auslöser für diese Begeisterung?

Gute Frage. Was mich als Kind gereizt hat, war, wie schnell ich diese einer Marke zuordnen konnte. Schon damals war ich, ohne es zu wissen, ein Fan vom impliziten Marketing. Zumindest war hier bereits ersichtlich, dass ich eine Begeisterung dafür habe. Es ging nicht darum das Produkt zu erkennen, sondern welche Inhalte ich in 1-2 Sekunden zuordnen konnte. Die permanente Wiederholung der Spots (Werbedruck) war damals ja nicht das Kriterium.

Sie sind seit über 20 Jahre in der Medienwelt aktiv. Was waren für Sie die größten Veränderungen in dieser Zeit?

Um auf Ihre Frage explizit zu antworten: Für mich gab es keine Veränderungen in dieser Zeit. Das liegt sicherlich daran, dass ich mich für die Gestaltung, das Vorantreiben des Mediums, die Weiterentwicklung von Medien interessierte. Somit bin ich nicht der Veränderung ausgesetzt, sondern der gestaltende Teil.

Ich will Ihnen allerdings Ihre Frage natürlich beantworten. Meiner Meinung nach ist die größte Veränderung jene, dass die Menschen, die Bevölkerung, jeder von uns, heute eine Stimme bekommen hat. Ein elementarer Machtwechsel in der Meinungsbildung. Noch vor 10-15 Jahren haben Medien die Meinung geprägt. Heute prägen die MediennutzerInnen die Inhalte in den Medien. Des Weiteren sind es die Themen rund um Transparenz und Wissen. Daraus ergibt sich, dass die Menschen nicht mehr alles glauben, was sie von Medien vorgesetzt bekommen. Dadurch erklären sich zum Teil auch die Einbrüche von Reichweite in klassischen Medien – sie verlieren an Relevanz in der Nutzung.

Wie erklären Sie Ihren Studenten an der Baden-Württembergischen Dualen Hochschule DHBW in Mannheim konvergente Medienkommunikationsmodelle?

So einfach wie möglich. Alles, was kompliziert und somit nicht einfach ist, wird in der Anwendung dieser Modelle Schwierigkeiten bekommen. Ich will es nicht trivialisieren. Einfaches Beispiel: Nehmen wir das Thema Wissensmanagement. Viel zu oft wird hier zu Beginn von Projekten über Softwarelösungen diskutiert. Was zur Folge hat, dass diese Projekte letztendlich scheitern. Hier wurde die Rechnung, sprichwörtlich, ohne den Wirt (in diesem Fall die MitarbeiterInnen) gemacht (Sprichwort aus Österreich).

Wer im Bereich Medien arbeitet, muss sich immer die Frage stellen: Was hat der MediennutzerIn davon, dass es dieses Medium gibt? Bieten und schaffen wir keinen Mehrwert, der einen Nutzen für den Einzelnen darstellt, dann wird die Mediennutzung wenig Sinn machen. Es benötigt permanente Lernprozesse, 3D Denkprozesse (nur eine Helicopter-View ist definitiv zu wenig), Wissenstransfers und tiefgehender Reflexion in und mit den Menschen, mit den Märkten. Eine Frage ist: Was ist der entscheidende persönliche Mehrwert – die „Belohnung“?
Bedenken wir den stetig steigenden Informations-Tsunami, wird dieser Punkt immer essenzieller. Wir unterhalten uns beinahe ohnedies zu Tode.

Kommunikation ist digital geworden. Wie hat das Internet die menschliche Kommunikation verändert?

Wir sind oberflächlicher und schlampiger in der Kommunikation geworden. Dies bringt der Aspekt der Schnelligkeit und die Omnipräsenz der Kommunikation mit sich. Hier liegt auch der sehr essenzielle Aspekt in der Kommunikation. Der Punkt „Beziehung“. In der Kommunikation wird Beziehung enorm wichtig werden. Wer auf Dauer keine „gefühlte“ Beziehung zwischen Marken und Menschen herstellen kann, schließt ein menschliches Urbedürfnis aus. Letztendlich zählt fast bei jedem Menschen das Thema „Vertrauen“ und das setzt eine Beziehung voraus.

 

Lesen Sie im 2. Teil des Interviews mit Harald Sturm etwas über “Neuromarketing”: Warum Menschen berührt werden wollen.

 

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